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Hände

Hände sind vor allem auf jüdischen Friedhöfen als Symbole zu finden. Sie symbolisieren die Abstammung des Verstorbenen aus dem alten jüdischen Priestergeschlecht, den Kohanim.

Das hebräische Wort כהן (Kohen) bedeutet „Priester”. Zur Zeit des antiken Judentums übten die Kohanim (Mehrzahl von Kohen) den Altardienst im Jerusalemer Tempel aus. Sie verstanden sich als Nachkommen des ersten Priesters Aaron, weshalb die Priesterwürde vom Sohn auf den Vater weitergegeben wurde. Kohen kann man also nicht werden, als Kohen wird man geboren, das gilt bis heute.

Die besondere Würde brachte und bringt für die Kohanim eine Reihe besonderer religiöser Pflichten (Reinheitsvorschriften) mit sich. Als Ehrentitel führen viele Kohanim ihre Abstammung im Familiennahmen, z. B. als Cohen, Cohn, Kohn, Kahn und – von letzterem abgeleitet – sogar „Schiff”. Die Segensgeste der Priester im Gottesdienst wurde als ihr besonders typisches Kennzeichen zu einem weit verbreiteten Symbol auf den Grabsteinen von Kohanim: die geöffneten, nebeneinander gehaltenen Hände, zwischen Ring- und Mittelfinger gespreizt.

Das erste Foto zeigt eine sehr eindrückliche Ritzzeichnung von Kohanim-Händen auf dem jüdischen Friedhof von Gröbzig, Sachsen-Anhalt, auf einem Grabmal aus dem Jahr 1700.  Das zweite ist ein jüngeres Beispiel aus dem 19. Jahrhundert, auf dem jüdischen Friedhof von Halle/Saale.

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